PV-Anlage planen: Schritt für Schritt zur Solaranlage
Eine gut geplante Solaranlage liefert 25 Jahre und länger günstigen Strom. Die wichtigsten Entscheidungen fällst du aber vor der Montage: Wie viel Strom brauchst du, was trägt dein Dach, wie groß soll die Anlage werden und brauchst du einen Speicher? Hier gehen wir die Planung Schritt für Schritt durch – mit echten Preisen aus unserer Preisliste.
Geschrieben von
Viktor Wiebe
Lesezeit
10 Min.
Aktualisiert am
04/11/2026
Das Wichtigste in Kürze
Plane mit deinem künftigen Verbrauch: Ein E-Auto oder eine Wärmepumpe erhöht den Strombedarf um mehrere tausend Kilowattstunden im Jahr.
Nutze dein Dach gut aus: Mehr Module kosten verhältnismäßig wenig. 10 Module mit Speicher kosten bei uns ab 13.145 Euro, 22 Module mit Speicher ab 17.360 Euro – mehr als doppelt so viel Leistung für rund 4.200 Euro mehr.
Süd ist ideal, aber kein Muss: Ein Ost-West-Dach bringt etwa 10 bis 20 % weniger Ertrag, verteilt den Strom aber besser über den Tag.
Eine Baugenehmigung brauchst du meist nicht. Ausnahmen gelten vor allem für denkmalgeschützte Häuser.
Erst Förderung beantragen, dann beauftragen: Städtische Zuschüsse gibt es in der Regel nur, wenn du sie vor dem Auftrag beantragst.
Von der ersten Frage bis zur fertigen Anlage vergehen meist einige Wochen. Den größten Teil der Zeit nehmen die Abstimmung mit dem Netzbetreiber und der Zählerwechsel ein, die Montage selbst dauert bei einem Einfamilienhaus meist nur ein bis drei Tage.
Schritt 1 von 7 · VorbereitungVerbrauch und Ziele klärenWie viel Strom brauchst du heute – und in ein paar Jahren? Nimm deine Jahresstromrechnung und geplante Verbraucher wie E-Auto oder Wärmepumpe dazu.
BereitlegenJahresverbrauch in kWh und eine Liste der Geräte, die künftig dazukommen.
Schritt 1: Stromverbrauch und Ziele klären
Der Ausgangspunkt ist deine Jahresstromrechnung. Ein Haushalt mit vier Personen verbraucht häufig 3.500 bis 4.500 kWh im Jahr. Wichtiger als der heutige Wert ist aber der Verbrauch in ein paar Jahren, denn die Anlage läuft Jahrzehnte.
E-Auto: Bei 15.000 Kilometern im Jahr kommen rund 2.700 kWh dazu.
Wärmepumpe: Je nach Haus und Dämmung oft 3.000 bis 6.000 kWh im Jahr.
Homeoffice, Klimaanlage, Pool: Auch das verschiebt den Verbrauch deutlich.
Kläre außerdem dein Ziel: Möglichst viel Strom selbst nutzen, möglichst unabhängig werden oder das Dach voll belegen und den Überschuss einspeisen? Davon hängen Anlagengröße und Speicher ab.
Schritt 2: Passt dein Dach?
Ausrichtung und Neigung
Am meisten Strom liefert ein Süddach mit etwa 30 Grad Neigung. Andere Ausrichtungen funktionieren aber auch gut. In NRW und Rheinland-Pfalz bringt jedes Kilowatt-Peak (kWp) Leistung rund 850 bis 1.000 kWh Strom im Jahr (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz).
Ausrichtung
Ertrag im Vergleich zu Süd
Süd
100 %
Südost oder Südwest
90 bis 95 %
Ost oder West
80 bis 90 %
Flachdach mit Aufständerung
gute Erträge, je nach Aufbau
↔️ Seitlich wischen, um alle Spalten zu sehen.
Werte für eine Dachneigung um 30 Grad. Quelle: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.
Ein Ost-West-Dach liefert morgens und nachmittags Strom, also dann, wenn viele Haushalte ihn auch brauchen. Dadurch kannst du oft mehr selbst nutzen und gleichst einen Teil des geringeren Ertrags wieder aus. Steile Neigungen unter 25 oder über 50 Grad kosten bis zu 10 % Ertrag.
Verschattung
Bäume, Nachbarhäuser, Gauben oder Schornsteine werfen Schatten. Dauerhafte Verschattung kann den Ertrag um 3 bis 10 % senken, und schon schmale Schatten auf einzelnen Modulen bremsen ganze Modulreihen. Bei der Planung legen wir die Module deshalb so, dass Schattenzonen frei bleiben, und setzen bei Bedarf Leistungsoptimierer ein.
Zustand und Statik des Daches
Die Module bleiben 25 Jahre und länger auf dem Dach. Muss dein Dach in den nächsten zehn bis 15 Jahren ohnehin saniert werden, lohnt es sich meist, das vor der Montage zu erledigen. Sonst müssen die Module später ab- und wieder aufgebaut werden. Wie Dach und Solaranlage zusammenpassen, beurteilt am besten ein Fachbetrieb mit Dachdecker-Erfahrung: Die Montage von Photovoltaik auf dem Dach gehört inzwischen offiziell zum Dachdeckerhandwerk.
Wie viel Platz du brauchst
Unsere Module haben 475 Watt Leistung und sind jeweils rund 2 Quadratmeter groß. Dazu kommen Abstände zum Dachrand, zu Gauben und zum First. Die Tabelle zeigt drei typische Größen aus unserer Preisliste.
Module
Leistung
Modulfläche
Ertrag pro Jahr
Komplettpreis ab
10
4,75 kWp
ca. 20 m²
ca. 4.300 kWh
13.145 €
22
10,45 kWp
ca. 44 m²
ca. 9.400 kWh
17.360 €
44
20,9 kWp
ca. 88 m²
ca. 18.800 kWh
26.800 €
↔️ Seitlich wischen, um alle Spalten zu sehen.
Komplettpreise mit Stromspeicher (6 kWh, bei 44 Modulen 15,36 kWh), Montage und 0 % Mehrwertsteuer. Ertrag gerechnet mit 900 kWh pro kWp.
Wie sich der Preis zusammensetzt und wie er mit der Größe sinkt, erklären wir im Ratgeber Was kostet eine PV-Anlage?.
Schritt 3: Anlagengröße und Speicher festlegen
Eine alte Faustregel lautet: 1 kWp pro 1.000 kWh Jahresverbrauch. Damit nutzt ein Haushalt ohne Speicher etwa 30 % seines Solarstroms selbst. Heute ist diese Regel eher die Untergrenze. Weil die Kosten pro zusätzlichem Modul gering sind, lohnt es sich meist, das Dach gut auszunutzen. Der Sprung von 10 auf 22 Module kostet bei uns rund 4.200 Euro mehr, bringt aber mehr als doppelt so viel Strom.
Brauchst du einen Stromspeicher?
Mit einem Stromspeicher nutzt du den Solarstrom vom Tag auch am Abend. Als Richtwert gilt etwa 1 kWh nutzbare Speicherkapazität pro 1.000 kWh Jahresverbrauch. Damit steigt der Eigenverbrauch auf rund 60 % (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz). Ein deutlich größerer Speicher bringt meist wenig zusätzlichen Nutzen.
Sonderfall Volleinspeisung
Hast du ein großes Dach, aber wenig Verbrauch, kann es sich lohnen, den gesamten Strom einzuspeisen. Dafür gibt es eine höhere Vergütung. Das rechnet sich meist dann, wenn du weniger als 20 % des Stroms selbst nutzen würdest.
Planst du in den nächsten Jahren ein E-Auto oder eine Wärmepumpe, sag es uns schon bei der Planung. Dann legen wir Wechselrichter und Zählerschrank so aus, dass du eine Wallbox oder eine Wärmepumpe später ohne Umbau anschließen kannst.
Schritt 4: Angebote vergleichen
Angebote lassen sich nur vergleichen, wenn sie dasselbe enthalten. Achte darauf, dass diese Punkte klar drinstehen:
Anzahl, Hersteller und Leistung der Module sowie die Gesamtleistung in kWp
Wechselrichter und Speicher mit nutzbarer Kapazität in kWh
Montagesystem, Gerüst und Elektroarbeiten
Ob der Umbau des Zählerschranks enthalten ist
Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister
Garantien auf Module, Wechselrichter, Speicher und Montage
Der Endpreis mit 0 % Mehrwertsteuer
Lass dir Zeit für die Entscheidung. Ein seriöser Anbieter setzt dir keine Frist von wenigen Tagen. Warum du dich beim Solarkauf nicht unter Druck setzen lassen solltest, haben wir in einem eigenen Beitrag erklärt.
Selbst montieren oder Fachbetrieb?
Module auf das Dach zu schrauben ist möglich, aber riskant: Arbeiten auf dem Dach sind gefährlich, und Fehler bei der Dachdurchdringung führen zu Feuchteschäden. Den Anschluss an das Stromnetz darf ohnehin nur ein Elektrofachbetrieb vornehmen, der beim Netzbetreiber eingetragen ist. Bei einer Komplettmontage hast du außerdem einen Ansprechpartner für Garantie und Gewährleistung.
Schritt 5: Finanzierung und Förderung klären
Für Solaranlagen auf Wohnhäusern zahlst du keine Mehrwertsteuer und in der Regel keine Einkommensteuer auf den Solarstrom. Details stehen in unserem Ratgeber Photovoltaik und Steuern. Dazu kommen die Einspeisevergütung, der KfW-Kredit 270 und in manchen Städten Zuschüsse. Alle Programme findest du im Ratgeber Photovoltaik-Förderung. Wenn du nicht alles auf einmal zahlen willst, helfen dir unsere Angebote zur Finanzierung.
Zuschüsse von Städten und Gemeinden musst du fast immer beantragen, bevor du den Auftrag unterschreibst. Kläre das deshalb ganz am Anfang der Planung.
Ein wichtiger Termin ist der 31. Dezember 2026: Nach dem aktuellen Entwurf zum EEG 2027 bekommen Anlagen, die bis dahin in Betrieb gehen, noch 20 Jahre lang die heutige Einspeisevergütung. Ob du jetzt kaufst oder wartest, hängt trotzdem vor allem von deinem Verbrauch ab. Mehr dazu im Beitrag PV-Anlage kaufen oder warten?
Schritt 6: Genehmigung und Anmeldung
Brauchst du eine Baugenehmigung?
In der Regel nicht. Solaranlagen auf dem Dach sind in NRW und den meisten Bundesländern genehmigungsfrei. Eine Ausnahme sind Baudenkmäler: Hier brauchst du eine Erlaubnis der Denkmalbehörde, die den Einzelfall prüft (Stadt Köln, Merkblatt Solaranlagen). Manche Gemeinden haben außerdem eine Gestaltungssatzung, die Vorgaben zum Aussehen macht. Ob es für dein Haus sogar eine Pflicht zur Solaranlage gibt, erklären wir im Ratgeber Solarpflicht und PV-Gesetze.
Anmeldung beim Netzbetreiber
Vor der Montage meldet der Elektrofachbetrieb die Anlage beim Netzbetreiber an. Bei Anlagen bis 30 kWp auf einem Grundstück mit Netzanschluss gilt: Antwortet der Netzbetreiber nicht innerhalb eines Monats, darf die Anlage unter bestimmten Bedingungen trotzdem angeschlossen werden (Bundesnetzagentur).
Marktstammdatenregister
Innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme muss die Anlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen sein. Ohne diesen Eintrag zahlt der Netzbetreiber keine Einspeisevergütung. Die Anmeldung beim Netzbetreiber und den Eintrag übernehmen wir für dich.
Smart Meter und 60-Prozent-Regel
Für Anlagen über 7 kWp baut der Messstellenbetreiber einen intelligenten Zähler ein, für den ein gesetzlich gedeckeltes Entgelt pro Jahr anfällt. Bis dieser Zähler eingebaut ist, darf eine neue Anlage höchstens 60 % ihrer Leistung ins Netz einspeisen. Was das für dich bedeutet, erklärt unser Beitrag zum Solarspitzengesetz.
Schritt 7: Montage und Inbetriebnahme
Am Montagetag steht zuerst das Gerüst. Dann werden Montageschienen und Module auf dem Dach befestigt, Wechselrichter und Speicher im Haus installiert und alles verkabelt. Bei einem Einfamilienhaus dauert das meist ein bis drei Tage. Danach tauscht der Messstellenbetreiber den Zähler gegen einen Zweirichtungszähler, der Bezug und Einspeisung getrennt misst. Darauf musst du manchmal einige Wochen warten.
Bei der Inbetriebnahme erklären wir dir die Anlage und richten die App ein, in der du Erzeugung, Verbrauch und Speicherstand siehst. Wie Module, Wechselrichter und Speicher genau zusammenarbeiten, zeigt unser Ratgeber Wie funktioniert eine PV-Anlage?
Typische Fehler bei der Planung
Zu klein geplant: Wer nur den heutigen Verbrauch abdeckt, ärgert sich später beim E-Auto oder bei der Wärmepumpe.
Verschattung unterschätzt: Ein Baum, der heute klein ist, kann in zehn Jahren die halbe Anlage beschatten.
Altes Dach belegt: Eine Sanierung nach der Montage kostet doppelt.
Speicher zu groß: Ein überdimensionierter Speicher wird im Winter kaum voll und rechnet sich schlechter.
Nur auf den Preis geschaut: Ein Angebot ohne Zählerschrank, Gerüst oder Anmeldung wirkt günstig, wird am Ende aber teurer.
Förderung zu spät beantragt: Nach der Unterschrift ist der städtische Zuschuss oft verloren.
Manche Bedenken gegen Solaranlagen halten sich hartnäckig, obwohl sie längst nicht mehr stimmen. Die häufigsten haben wir im Beitrag Die größten Mythen über Solaranlagen gesammelt.
FAQ
Wie lange dauert es von der Planung bis zur fertigen PV-Anlage?
Meist einige Wochen. Die Montage selbst dauert bei einem Einfamilienhaus ein bis drei Tage. Länger dauern oft die Anmeldung beim Netzbetreiber und der Zählerwechsel.
Brauche ich für eine Solaranlage auf dem Dach eine Baugenehmigung?
In NRW und den meisten Bundesländern nicht. Bei denkmalgeschützten Häusern brauchst du eine Erlaubnis der Denkmalbehörde, und eine örtliche Gestaltungssatzung kann Vorgaben machen.
Wie groß sollte meine PV-Anlage sein?
Als Untergrenze gilt 1 kWp pro 1.000 kWh Jahresverbrauch. Weil zusätzliche Module wenig kosten, lohnt es sich meist, das Dach gut auszunutzen, vor allem wenn ein E-Auto oder eine Wärmepumpe geplant ist.
Lohnt sich eine PV-Anlage auf einem Ost-West-Dach?
Ja. Der Ertrag liegt etwa 10 bis 20 % unter einem Süddach, dafür verteilt sich der Strom besser über den Tag. Dadurch nutzt du oft mehr davon selbst.
Kann ich eine PV-Anlage selbst montieren?
Die Montage auf dem Dach ist möglich, aber gefährlich und fehleranfällig. Den Anschluss an das Stromnetz darf nur ein beim Netzbetreiber eingetragener Elektrofachbetrieb vornehmen.
Muss ich mein Dach vor der Montage sanieren?
Nur wenn es in den nächsten zehn bis 15 Jahren ohnehin fällig wäre. Dann sparst du dir den späteren Ab- und Wiederaufbau der Module.
Beantworte uns ein paar Fragen
Damit wir noch besser auf deine Bedürfnisse eingehen können