Warum passen Klimaanlage und Photovoltaik so gut zusammen?
Eine PV-Anlage erzeugt im Sommer viel mehr Strom als im Winter. Von April bis September entstehen rund 70 Prozent des Jahresertrags. Im Juni und Juli liefert sie jeweils etwa ein Achtel, im Dezember nur rund 3 Prozent. Der Kühlbedarf folgt der Sonne: Wenn die Module am meisten liefern, heizen sich auch die Räume auf.
Das heißt: Die Klimaanlage nutzt Strom, den du sonst für wenig Geld ins Netz einspeisen würdest. Für Anlagen bis 10 kWp, die seit dem 1. August 2026 in Betrieb gehen, gibt es 7,70 Cent pro Kilowattstunde. Strom aus dem Netz kostet einen Haushalt 2026 im Schnitt 37,3 Cent. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart dir also rund 30 Cent.
Dazu kommt das Solarspitzengesetz. Neue Anlagen ohne Smart Meter dürfen höchstens 60 Prozent ihrer Leistung einspeisen, und bei negativen Börsenpreisen gibt es keine Vergütung. Was du mittags selbst verbrauchst, geht dir dabei nicht verloren. Mehr dazu liest du in unserem Artikel zur 60-Prozent-Regel im Solarspitzengesetz.
Wie viel Strom braucht eine Klimaanlage?
Das hängt von drei Werten ab: der Kühlleistung, der Laufzeit und der Effizienz. Die Effizienz steht als SEER-Wert auf dem EU-Energielabel. Ein SEER von 7 heißt: Aus 1 kWh Strom macht das Gerät über die Saison gerechnet 7 kWh Kälte. Die Rechnung lautet: Kühlleistung in kW mal Stunden geteilt durch SEER.
Das Energielabel rechnet mit 350 Betriebsstunden im Jahr. Eine Split-Klimaanlage mit 3,5 kW und SEER 7 braucht damit rund 175 kWh. Gute Split-Geräte erreichen einen SEER von 6 bis 8 und mehr. Mobile Monoblock-Geräte liegen bei einem EER von etwa 2,6 bis 3,0 und brauchen für dieselbe Kühlung mehr als doppelt so viel Strom.
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Annahmen: 3,5 kW Kühlleistung, 350 Betriebsstunden im Jahr (Referenz des EU-Energielabels). Netzstrom 37,3 ct/kWh (BDEW, Oktober 2026). Solarstrom bewertet mit der entgangenen Einspeisevergütung von 7,70 ct/kWh. Stand: November 2026.
Wichtig ist auch die richtige Größe. Ein zu großes Gerät schaltet ständig an und aus, entfeuchtet schlechter und verbraucht unnötig Strom. Wie viel Kühlleistung ein Raum braucht, hängt von Fensterflächen, Dämmung, Lage und Sonnenschutz ab. Das sollte ein Fachbetrieb vor Ort einschätzen.
Reicht meine PV-Anlage für die Klimaanlage?
In den allermeisten Fällen ja. In NRW erzeugt 1 kWp Photovoltaik rund 900 kWh im Jahr. Eine Anlage mit 10 kWp liefert also etwa 9.000 kWh, davon rund 6.300 kWh im Sommerhalbjahr. Im Juni sind das im Schnitt etwa 38 kWh pro Tag. Eine Split-Klimaanlage, die sechs Stunden läuft, braucht an einem solchen Tag meist nur 3 bis 4 kWh.
Eine eigene PV-Anlage nur für die Klimaanlage brauchst du nicht. Plane deine Anlage nach deinem gesamten Verbrauch und rechne die Klimaanlage mit ein. Wie das geht, zeigt unser Ratgeber PV-Anlage planen.
Und abends?
Nach Sonnenuntergang läuft die Klimaanlage mit Netzstrom oder mit Strom aus dem Speicher. Ein Stromspeicher verschiebt den Mittagsüberschuss in den Abend. Wie viel Kapazität sinnvoll ist, liest du im Ratgeber Wie groß muss ein Stromspeicher sein?.
Tipp: Lass die Klimaanlage mittags laufen, wenn die Sonne scheint, und nicht erst abends. Ein vorgekühlter Raum bleibt bei geschlossenen Fenstern und heruntergelassenen Rollläden lange kühl. So nutzt du mehr eigenen Strom.
Startet die Klimaanlage automatisch, wenn Sonne da ist?
Eine fertige Kopplung von Klimaanlage und PV-Anlage ist noch kein Standard. In der Praxis gibt es drei Wege: einen festen Zeitplan für die Mittagsstunden, die App des Geräts oder einen Energiemanager, der die Klimaanlage bei Überschuss einschaltet. Ob das mit deinem Gerät und Wechselrichter geht, klärst du am besten vor dem Kauf.
Was kostet eine Klimaanlage mit Montage?
Eine Split-Klimaanlage für einen Raum kostet mit Montage meist 1.800 bis 3.500 Euro. Davon entfallen rund 350 bis 1.800 Euro auf das Gerät und 1.000 bis 2.500 Euro auf die Montage mit Kernbohrung. Eine Multisplit-Anlage mit einem Außengerät für mehrere Räume liegt bei etwa 3.500 bis 6.500 Euro für zwei Räume und 5.000 bis 8.000 Euro für drei Räume.
Bei hallo.solar bekommst du feste Pakete mit Außengerät und Montage. Alle Geräte können kühlen und heizen.
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Preise inklusive Außengerät und Montage. Alle Geräte können kühlen und heizen. Raumgröße und Kühlkosten (mit Netzstrom) sind Richtwerte. Stand: November 2026.
Was im Paket genau enthalten ist und welches Gerät zu deinen Räumen passt, siehst du auf unserer Seite Klimaanlage mit Photovoltaik. Für die jährliche Wartung solltest du 120 bis 250 Euro einplanen. Sie erhält die Effizienz und oft auch die Herstellergarantie.
Split, Multisplit oder Monoblock: Welches Gerät passt?
- Split-Klimaanlage: ein Innengerät, ein Außengerät. Leise, sparsam und für einen Raum die beste Wahl. Im Test der Stiftung Warentest kühlte das beste Split-Gerät einen 14 m² großen Raum in unter fünf Minuten von 30 auf 24 Grad.
- Multisplit-Klimaanlage: ein Außengerät für zwei bis fünf Innengeräte. Sinnvoll, wenn du mehrere Zimmer kühlen willst, zum Beispiel das ganze Dachgeschoss.
- Mobiles Monoblock-Gerät: günstig und ohne Montage, aber laut und ineffizient. Die Abluft muss durch Fenster oder Tür, und warme Luft strömt nach. Dafür brauchten Monoblock-Geräte im Test 30 bis 45 Minuten.
Daneben gibt es mobile Split-Geräte mit vorbefüllten Leitungen. Sie sind effizienter als ein Monoblock und dürfen ohne Kältefachbetrieb aufgestellt werden. Die Leitungen sind allerdings kurz.
Kann ich mit der Klimaanlage auch heizen?
Ja. Eine Split-Klimaanlage mit Heizfunktion ist technisch eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Sie holt Wärme aus der Außenluft und gibt sie direkt an die Raumluft ab. Im Heizbetrieb zählt der SCOP-Wert: Ab 4,6 ist ein Gerät in der Klasse A++.
Besonders gut funktioniert das im Frühjahr und im Herbst. Dann scheint noch die Sonne, und es ist nur wenig Wärme nötig. Im Winter liefert die PV-Anlage deutlich weniger, im Dezember und Januar nur rund 3 Prozent des Jahresertrags. Geheizt wird dann vor allem mit Netzstrom.
Ein Rechenbeispiel von 42watt für 10.000 kWh Wärme im Jahr: Eine Luft-Luft-Wärmepumpe kostet bei einer realen Jahresarbeitszahl von 3,0 rund 1.233 Euro, eine Gas-Brennwertheizung rund 1.256 Euro. Gegenüber einer Elektroheizung mit 3.700 Euro sparst du deutlich.
Eine Klimaanlage heizt nur die Räume mit Innengerät und macht kein warmes Wasser. Als Ersatz für Nachtspeicheröfen oder als Zusatzheizung in einzelnen Räumen ist sie stark. Für ein ganzes Haus mit Heizkörpern oder Fußbodenheizung ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe meist die bessere Lösung.
Wie eine Wärmepumpe für das ganze Haus mit Solarstrom zusammenarbeitet, erklären wir im Artikel Wärmepumpe mit Photovoltaik. Unsere Angebote findest du auf der Seite Wärmepumpen.
Gibt es eine Förderung für die Klimaanlage?
Für ein Gerät, das nur kühlt, gibt es keinen Zuschuss. Anders sieht es aus, wenn die Klimaanlage als Luft-Luft-Wärmepumpe dein Haus heizt. Dann kann sie über die Heizungsförderung der KfW (Programm 458) gefördert werden. Stand November 2026 gilt:
- Zuschuss: 30 Prozent Grundförderung, für Selbstnutzer bis 31. Januar 2027 zusätzlich 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus beim Tausch einer alten fossilen Heizung oder von Nachtspeicheröfen. Mit Einkommensbonus sind bis zu 70 Prozent möglich, bei niedrigem Einkommen bis zu 80 Prozent.
- Förderfähige Kosten: bis 28.000 Euro für die erste Wohnung, ab 1. Februar 2027 noch 27.250 Euro.
- Bedingungen: Die Anlage muss mehr als die Hälfte der Wärme liefern, im Heizbetrieb mindestens Klasse A++ erreichen und auf der Liste des BAFA stehen. Den Antrag stellst du vor Beginn der Arbeiten.
- Kältemittel: Ab 1. Januar 2028 fördert der Bund nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln wie Propan (R290).
Nach dem Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 soll die Grundförderung ab dem ersten Quartal 2027 für Geräte aus Nicht-EU-Ländern auf 15 Prozent sinken. Die Details sind noch nicht veröffentlicht.
Ohne Förderung kannst du die Arbeitskosten der Montage als Handwerkerleistung von der Steuer absetzen: 20 Prozent, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Das Material zählt nicht mit, und für eine geförderte Maßnahme geht es nicht. Der Nullsteuersatz von 0 Prozent Mehrwertsteuer gilt nur für PV-Anlage und Speicher, nicht für die Klimaanlage. Mehr dazu im Ratgeber Photovoltaik und Steuern. Dieser Ratgeber ersetzt keine Steuer- oder Förderberatung.
Welche Zuschüsse es für die PV-Anlage selbst gibt, liest du im Ratgeber Photovoltaik Förderung.
Was musst du bei Montage, Nachbarn und Vermieter beachten?
- Fachbetrieb: Bei einer Split-Klimaanlage entsteht ein Kältemittelkreislauf. Den darf nur zertifiziertes Personal mit Sachkundenachweis anschließen. Händler dürfen solche Geräte an Privatkunden nur verkaufen, wenn ein zertifizierter Betrieb die Montage übernimmt.
- Kältemittel: Viele Geräte arbeiten heute mit R32. Neue Split-Klimaanlagen bis 12 kW mit solchen Kältemitteln dürfen bis Ende 2028 verkauft werden, danach nur noch mit klimafreundlicheren wie R290. Bereits eingebaute Geräte laufen weiter und dürfen gewartet werden.
- Lärm: Für das Außengerät gilt die TA Lärm. Vor dem Fenster des Nachbarn sind nachts im reinen Wohngebiet 35 dB(A) erlaubt, im allgemeinen Wohngebiet 40 dB(A). Plane den Standort deshalb mit Abstand zu Schlafzimmern und mit schwingungsgedämpfter Halterung.
- Mietwohnung: Du brauchst die Erlaubnis deines Vermieters, weil die Außenwand durchbohrt und das Außengerät fest montiert wird.
- Eigentumswohnung: Das Außengerät an der Fassade ist eine bauliche Veränderung. Die Eigentümergemeinschaft muss sie beschließen. Laut Bundesgerichtshof muss das Gerät geeignet sein, die Grenzwerte der TA Lärm einzuhalten.
Bei hallo.solar übernimmt ClimaVolt, unser Fachbetrieb für Klimatechnik, die Montage der Klimaanlagen. So kommen PV-Anlage und Klimaanlage aus einer Hand.
Unser Fazit
Eine Klimaanlage und eine PV-Anlage ergänzen sich so gut wie kaum ein anderes Paar. Der Kühlbedarf fällt in die Monate mit dem meisten Solarstrom, und eine effiziente Split-Klimaanlage braucht nur einen kleinen Teil davon. Achte auf einen hohen SEER-Wert, die passende Größe und einen ruhigen Standort für das Außengerät. Wenn du auch heizen willst, wähle ein Gerät mit gutem SCOP und prüfe vorher, ob sich eine Förderung lohnt.