Die zwei Faustregeln
Für die meisten Einfamilienhäuser reichen zwei einfache Regeln (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz; Faktenblatt Batteriespeicher der Stadt Freiburg):
- Nach Verbrauch: 1 kWh nutzbare Speicherkapazität pro 1.000 kWh Stromverbrauch im Jahr. Bei 4.500 kWh also etwa 4,5 kWh.
- Nach Anlagengröße: 1 kWh Speicher pro kWp Solarleistung. Bei 22 Modulen mit 10,45 kWp also bis etwa 10 kWh.
Die Verbrauchsregel zeigt, was du sicher nutzen kannst. Die Anlagenregel zeigt, was die Solaranlage füllen kann. Dazwischen liegt der sinnvolle Bereich. Im Beispiel wären das 5 bis 8 kWh.
Speichergröße nach Verbrauch
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Nutzbare Kapazität. Richtwert: etwa 1 kWh pro 1.000 kWh Jahresverbrauch, bei E-Auto oder Wärmepumpe angepasst.
Die Werte gelten für eine Solaranlage, die groß genug ist, um den Speicher an den meisten Tagen zu füllen. Ist deine Anlage klein, orientiere dich am unteren Ende.
Drei Beispiele aus der Praxis
- Paar, 3.000 kWh: Eine Anlage mit 10 Modulen (4,75 kWp) und rund 6 kWh Speicher passt gut. Bei uns ab 13.145 Euro.
- Familie mit vier Personen, 4.500 kWh: 22 Module (10,45 kWp) mit 6 bis 7 kWh Speicher decken etwa 60 % des Verbrauchs. Bei uns ab 17.360 Euro.
- Familie mit E-Auto und Wärmepumpe, 10.000 kWh: 44 Module (20,9 kWp) mit 15,36 kWh Speicher. Bei uns ab 26.800 Euro.
Alle Preise sind Komplettpreise mit Montage und 0 % Mehrwertsteuer. Wie sich die Preise zusammensetzen, zeigt unser Ratgeber Was kostet ein Stromspeicher?
E-Auto und Wärmepumpe richtig einplanen
Ein E-Auto mit 15.000 Kilometern im Jahr braucht rund 2.700 kWh. Lädst du es tagsüber direkt mit Solarüberschuss, etwa über eine Wallbox mit Überschussladen, brauchst du dafür kaum zusätzliche Speicherkapazität. Steht das Auto erst abends in der Garage, plane 2 bis 3 kWh mehr ein.
Eine Wärmepumpe braucht den meisten Strom im Winter, wenn die Solaranlage wenig liefert. Ihr Verbrauch zählt deshalb nur zum Teil: Rechne für die Speichergröße lieber mit der Hälfte ihres Jahresverbrauchs.
Groß heißt nicht automatisch besser: Im Dezember erzeugt eine Solaranlage oft nur ein Zehntel ihres Juni-Ertrags. Einen sehr großen Speicher bekommst du dann gar nicht voll.
Darauf solltest du beim Vergleich achten
Nutzbare Kapazität statt Bruttokapazität
Hersteller geben oft die Bruttokapazität an. Entscheidend ist die nutzbare Kapazität, also wie viel du tatsächlich entnehmen kannst. Bei modernen LFP-Speichern liegt sie meist bei 90 bis 100 % der Bruttokapazität.
Lade- und Entladeleistung
Neben den kWh zählt die Leistung in kW: Sie bestimmt, wie viele Geräte der Speicher gleichzeitig versorgen kann. Läuft abends Herd, Spülmaschine und Wallbox gleichzeitig, braucht der Speicher mehr Leistung als bei einem Haushalt ohne große Verbraucher.
Erweiterbarkeit
Viele Speicher bestehen aus Modulen von 2 bis 3 kWh. Du kannst also passend starten und nach dem ersten Jahr mit echten Daten aus der App entscheiden, ob sich mehr Kapazität lohnt. Kläre beim Kauf, ob und wie lange der Hersteller passende Module anbietet.
Selbst nachrechnen
Wer es genauer wissen will, kann den kostenlosen Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin nutzen. Er zeigt, wie stark Autarkie und Eigenverbrauch mit jeder zusätzlichen kWh steigen. Ob sich der Speicher für dich rechnet, erklärt unser Ratgeber Lohnt sich ein Stromspeicher? Welche Speicher wir einbauen, siehst du auf unserer Seite zum Stromspeicher. Wie groß die Solaranlage selbst sein sollte, zeigt unser Ratgeber PV-Anlage planen.