So viel spart ein Stromspeicher: ein Rechenbeispiel
Nehmen wir einen Haushalt mit 4.500 kWh Stromverbrauch im Jahr und eine Solaranlage mit 22 Modulen (10,45 kWp), die rund 9.400 kWh im Jahr erzeugt. Ohne Speicher deckt die Anlage etwa 30 % des Verbrauchs, mit einem 6-kWh-Speicher etwa 60 %.
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Haushalt mit 4.500 kWh Verbrauch, Solaranlage mit 10,45 kWp und rund 9.400 kWh Ertrag. Vereinfachte Rechnung mit 250 Ladezyklen pro Jahr.
Der Speicher spart in diesem Beispiel rund 390 Euro im Jahr. Ein Speicher dieser Größe kostet einzeln gekauft heute etwa 2.700 bis 4.200 Euro, zusammen mit einer neuen Solaranlage oft weniger. Damit hat er sich nach etwa 7 bis 11 Jahren bezahlt gemacht – bei einer Lebensdauer von 15 Jahren und mehr. Steigt der Strompreis, geht es schneller. Was Speicher in verschiedenen Größen kosten, zeigt unser Ratgeber Was kostet ein Stromspeicher?
Die Faustregel: Wann sich ein Speicher rechnet
Jede Kilowattstunde, die du speicherst statt einspeist, bringt dir die Differenz zwischen Strompreis und Vergütung, heute also rund 30 Cent. Davon musst du die Kosten des Speichers abziehen. Ein Speicher, der 15 Jahre hält und 250 Mal im Jahr voll geladen wird, darf deshalb bis zu etwa 1.100 Euro pro kWh kosten und rechnet sich trotzdem. Heutige Preise liegen mit 300 bis 700 Euro pro kWh deutlich darunter.
Wichtig ist, dass der Speicher auch wirklich genutzt wird. Die ersten Kilowattstunden Kapazität sind fast jeden Tag voll im Einsatz, die zehnte dagegen nur an wenigen Tagen im Jahr (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz). Ein passend großer Speicher rechnet sich deshalb besser als ein sehr großer.
Wann sich ein Speicher besonders lohnt
- Du brauchst abends und nachts viel Strom, zum Beispiel weil tagsüber niemand zu Hause ist.
- Du lädst ein E-Auto abends oder betreibst eine Wärmepumpe.
- Deine Anlage geht ab 2027 in Betrieb und bekommt für eingespeisten Strom nur noch wenig Geld.
- Du nutzt einen dynamischen Stromtarif und kannst den Speicher in günstigen Stunden laden.
- Deine alte Anlage fällt aus der EEG-Vergütung und du willst den Strom lieber selbst nutzen.
Wann sich ein Speicher kaum lohnt
- Sehr geringer Verbrauch: Bei weniger als etwa 2.500 kWh im Jahr wird der Speicher oft nicht voll genutzt.
- Kleine Anlage, viel Tagesverbrauch: Wenn du den Solarstrom ohnehin fast komplett tagsüber verbrauchst, bleibt wenig zum Speichern.
- Zu groß gewählt: Ein überdimensionierter Speicher wird im Winter kaum voll und kostet mehr, als er spart.
- Sehr teures Angebot: Liegt der Preis deutlich über 900 Euro pro kWh, wird es knapp.
Der günstigste Speicher ist dein eigener Verbrauch: Waschmaschine, Spülmaschine oder Trockner in den sonnigen Mittagsstunden laufen zu lassen, kostet nichts und erhöht deinen Eigenverbrauch sofort.
Warum Speicher mit den neuen Regeln wichtiger werden
Seit dem Solarspitzengesetz gibt es für neue Anlagen bei negativen Strompreisen keine Vergütung, und ohne Smart Meter darf nur 60 % der Leistung ins Netz. Nach dem Entwurf zum EEG 2027 sollen neue Anlagen ab 2027 nur noch eine befristete Übergangszahlung bekommen, und die Einspeisung soll dauerhaft auf 50 % der Leistung begrenzt werden. Ein Speicher fängt genau diese Mittagsspitzen auf: Statt Strom zu verschenken oder abzuregeln, nutzt du ihn am Abend selbst. Alle Regeln im Überblick findest du im Ratgeber Solarpflicht und PV-Gesetze.
Speicher mit E-Auto und Wärmepumpe
Ein E-Auto lässt sich am besten direkt mit Solarüberschuss laden, wenn es tagsüber zu Hause steht. Eine Wallbox mit Überschussladen macht das automatisch. Steht das Auto erst abends in der Garage, hilft ein größerer Speicher. Bei einer Wärmepumpe ist der Effekt im Frühjahr und Herbst groß, im Winter liefert die Solaranlage dagegen zu wenig, um den Speicher regelmäßig zu füllen. Mehr dazu im Beitrag Wärmepumpe mit Photovoltaik.
Dynamische Stromtarife: Speicher clever laden
Mit einem dynamischen Stromtarif zahlst du je nach Stunde einen anderen Preis. Ein intelligenter Speicher kann sich im Winter nachts oder an windigen Tagen günstig aus dem Netz laden und den Strom zu teuren Zeiten abgeben. Worauf du dabei achten musst, erklärt unser Beitrag zu dynamischen Stromtarifen.
Und bei Stromausfall?
Viele kaufen einen Speicher auch für den Notfall. Mit der passenden Technik versorgt er dein Haus bei einem Stromausfall weiter. Finanziell ist das aber kein Argument: In Deutschland fiel der Strom in den letzten Jahren im Schnitt nur 12 bis 15 Minuten pro Jahr aus. Wie Notstrom und Ersatzstrom funktionieren, erklärt unser Ratgeber Wie funktioniert eine PV-Anlage?
Unser Fazit
Für die meisten Einfamilienhäuser mit Solaranlage lohnt sich ein Speicher heute, vor allem bei neuen Anlagen ab 2027. Wichtig sind ein fairer Preis und die richtige Größe. Wie viel Kapazität du brauchst, zeigt unser Ratgeber Stromspeicher-Größe richtig berechnen. Welche Speicher wir einbauen, siehst du auf unserer Seite zum Stromspeicher.