25 Jun 2026
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Welche Förderungen gibt es in Stuttgart? Ein Überblick

Stuttgart gehört zu den wenigen Großstädten mit einem eigenen kommunalen Programm für Photovoltaik. Über die Solaroffensive bezuschusst die Stadt nicht die Module selbst, sondern die oft unterschätzten begleitenden Arbeiten rund um die Installation – dazu kommt eine Förderung für Batteriespeicher. Wichtig: Zum 1. Mai 2026 hat die Stadt ihre Richtlinie überarbeitet und die Sätze spürbar gesenkt. Online kursieren vielfach noch die alten, höheren Beträge. Die folgende Tabelle gibt den aktuellen Stand wieder.

Stand: Juni 2026. Maßgeblich ist stets die aktuelle Förderrichtlinie der Landeshauptstadt Stuttgart. „kWp" (Kilowatt-Peak) bezeichnet die installierte Spitzenleistung einer Anlage. Ob sich Ihr Dach überhaupt eignet, können Sie vorab kostenlos im städtischen Solaratlas prüfen, der das Solarpotenzial nahezu jeder Stuttgarter Dachfläche abbildet.

So kombinieren Sie Stadt, Land und Bund

Die kommunale Förderung lässt sich mit Landes- und Bundesprogrammen kombinieren, sofern diese es zulassen – andere Zuschüsse werden allerdings angerechnet. Auf Bundesebene profitieren Privathaushalte vor allem von vier Bausteinen:

  • 0 % Mehrwertsteuer auf Kauf und Installation von PV-Anlagen und Speichern bis 30 kWp – mit Abstand die größte Einzelersparnis (19 %).
  • Einspeisevergütung nach EEG: aktuell rund 7,78 ct/kWh bei Teileinspeisung und 12,34 ct/kWh bei Volleinspeisung (bis 10 kWp), garantiert für 20 Jahre ab Inbetriebnahme.
  • KfW-Kredit 270: zinsgünstiges Darlehen für PV und Speicher, beantragt über Ihre Hausbank.
  • Einkommensteuer: Einnahmen aus Anlagen bis 30 kWp sind steuerfrei.

Wichtig für die Planung: Eine geplante EEG-Reform soll die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen bis 25 kWp ab 2027 abschaffen. Beschlossen ist das noch nicht – wer seine Anlage aber bis Ende 2026 in Betrieb nimmt, sichert sich nach bisheriger Praxis Bestandsschutz und damit 20 Jahre lang den heutigen Satz. In Baden-Württemberg gilt zudem seit 2022 eine Photovoltaik-Pflicht bei Neubauten und grundlegenden Dachsanierungen; der gesetzlich verpflichtende Anlagenteil ist von der Solaroffensive ausgenommen, die Speicherförderung bleibt davon unberührt. Ergänzend bietet die landeseigene L-Bank zinsgünstige Darlehen. Wie eine andere Stadt in Baden-Württemberg ihren Solarausbau fördert, lesen Sie in unserem Beitrag zur Photovoltaik-Förderung in Freiburg.

Die Stuttgarter Solaroffensive im Detail

Die Solaroffensive ist ein Baustein auf dem Weg zur klimaneutralen Landeshauptstadt bis 2035. Gefördert werden ausschließlich begleitende Maßnahmen – also Arbeiten, die eine PV-Anlage erst möglich machen: die Ertüchtigung der Elektrik und des Zählerplatzes, das Gerüst, die Prüfung und Verstärkung der Dachstatik, Blitzschutz oder das Versetzen von Bauteilen. Die Solarmodule, das Montagesystem und der Wechselrichter selbst sind nicht förderfähig. Für Dachanlagen liegt der Höchstsatz bei 300 €/kWp, für Fassaden- oder Gründach-Anlagen bei 400 €/kWp – anerkannt werden jeweils bis zu 50 % der nachgewiesenen Kosten. Ein Batteriespeicher, der zusammen mit einer neuen Anlage entsteht, wird mit 100 €/kWh gefördert (bis zu 1 kWh je kWp Anlagenleistung). Inhaber einer Stuttgarter FamilienCard oder Empfänger von Wohngeld mit Lastenzuschuss erhalten zusätzlich 10 % Bonus.

Achtung – veraltete Angaben im Umlauf: Vor dem 1. Mai 2026 förderte die Solaroffensive zusätzlich Balkonmodule (200 €), eine Volleinspeise-Sonderförderung (bis 600 €/kWp) sowie Ladeinfrastruktur. Diese Bausteine sind in der aktuellen Richtlinie entfallen, und die kWp-Sätze wurden reduziert. Viele Vergleichsportale zeigen noch die alten Werte – verlassen Sie sich auf die offizielle Förderrichtlinie der Stadt.

Eine Bedingung sollten Sie früh einplanen: Das Angebot Ihres Fachbetriebs muss Einzelpreise für die förderfähigen Positionen ausweisen. Fehlen diese, fällt die Förderung deutlich geringer aus. Der Fokus des Programms liegt bewusst auf schwierigen baulichen Situationen – etwa, wenn die Elektrik vor der Montage erst saniert werden muss. Beachten Sie außerdem: Ein Rechtsanspruch besteht nicht. Die Förderung ist eine freiwillige Leistung der Stadt und wird nur im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel gewährt – ein früher Antrag ist also doppelt sinnvoll.

So beantragen Sie die Förderung Schritt für Schritt

Die wichtigste Regel zuerst: Stellen Sie den Antrag vor der Auftragsvergabe. Bereits beauftragte oder begonnene Arbeiten sind von der Förderung ausgeschlossen.

  1. Holen Sie ein Angebot eines Fachbetriebs ein, das die förderfähigen Positionen mit Einzelpreisen ausweist.
  2. Registrieren Sie sich einmalig im Online-Dienst der Stadt Stuttgart und öffnen Sie den „Antrag Solaroffensive".
  3. Reichen Sie Antrag, Angebot sowie Fotos von Dach und Zählerschrank (bei Bedarf den Statik-Nachweis) ein – noch vor der Beauftragung.
  4. Warten Sie den Bewilligungsbescheid des Amts für Umweltschutz ab. Erst danach beauftragen Sie die Arbeiten.
  5. Setzen Sie das Projekt innerhalb eines Jahres um und melden Sie die Anlage im Marktstammdatenregister an.
  6. Reichen Sie den Auszahlungsantrag mit den Rechnungen und Nachweisen ein.

Sie möchten wissen, welche Förderung sich für Ihr Dach in Stuttgart konkret lohnt? Die Expertinnen und Experten von hallo.solar prüfen Ihre Möglichkeiten und erstellen Ihnen ein unverbindliches, kostenloses Angebot – inklusive aller kombinierbaren Zuschüsse.

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