21 Jun 2026
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Welche Förderungen gibt es in Hannover? (Überblick)

Anders als viele deutsche Städte verfügt Hannover über ein etabliertes regionales Förderprogramm: den enercity-Fonds proKlima, der seit 1998 Klimaschutzmaßnahmen unterstützt und 2026 mit über 6,2 Millionen Euro ausgestattet ist. Gefördert werden Privatpersonen, Unternehmen, Vereine und die Wohnungswirtschaft — nicht nur in der Landeshauptstadt, sondern auch in Hemmingen, Laatzen, Langenhagen, Ronnenberg und Seelze. Ergänzend greifen die Programme von Bund und KfW. Die folgende Tabelle zeigt die kommunalen Förderbausteine im Überblick.

Stand Juni 2026. Mindestanlagengröße in der Regel 2 kWp; zusammenhängende Projekte einer Antragstellerin oder eines Antragstellers sind auf maximal 18.000 € gedeckelt. Angaben ohne Gewähr — maßgeblich ist die jeweils gültige proKlima-Förderrichtlinie.

Wichtig: Die proKlima-Förderbudgets werden erfahrungsgemäß im Jahresverlauf ausgeschöpft, und der Förderzeitraum 2026 endet voraussichtlich zum 31. Oktober 2026. Anträge müssen bis dahin eingegangen sein. Wer eine Anlage plant, sollte den Antrag also frühzeitig stellen.

So kombinieren Sie Stadt, Land und Bund

Den größten Hebel liefern oft die bundesweiten Regelungen — und sie sind mit proKlima kombinierbar. Stellen Sie sich die Förderebenen wie mehrere stapelbare Rabatte vor, die zusammen die effektiven Kosten Ihrer Anlage spürbar senken. Die wichtigste Ersparnis ist die Mehrwertsteuer: Auf PV-Anlagen und Speicher bis 30 kWp auf Wohngebäuden fällt seit 2023 keine Umsatzsteuer an (0 % statt 19 %). Ebenfalls seit 2023 sind Einnahmen aus Anlagen bis 30 kWp einkommensteuerfrei. Über die KfW können Sie mit dem Kredit 270 eine zinsgünstige Finanzierung für Anlage und Speicher erhalten — beantragt wird dieser über Ihre Hausbank. Für Mieterstrommodelle gibt es zusätzlich den bundesweiten Mieterstromzuschlag.

Für eingespeisten Strom zahlt der Netzbetreiber die gesetzliche Einspeisevergütung. Sie liegt seit Februar 2026 bei rund 7,78 ct/kWh für die Teileinspeisung und etwa 12,34 ct/kWh für die Volleinspeisung (Anlagen bis 10 kWp); zum 1. August 2026 sinkt sie turnusmäßig um rund 1 %. Wichtig für Ihre Planung: Eine geplante EEG-Reform soll die feste Einspeisevergütung für neue kleinere Anlagen voraussichtlich ab 2027 durch marktorientierte Modelle wie die Direktvermarktung ersetzen. Der Gesetzentwurf befindet sich noch im parlamentarischen Verfahren — wer sich die garantierte Vergütung über 20 Jahre sichern möchte, kann von einer früheren Inbetriebnahme profitieren. Ein Landesprogramm für private PV bietet Niedersachsen derzeit nicht; umso wertvoller ist die regionale proKlima-Förderung.

Der enercity-Fonds proKlima im Detail

Das Herzstück der lokalen Förderung ist proKlima — ein Klimaschutzfonds, der von der enercity AG getragen und von der Stadt sowie der Region Hannover unterstützt wird. Für Photovoltaik sind vor allem drei Bausteine relevant. „DachVollToll" belohnt die möglichst vollständige Belegung des Daches mit Solarmodulen: 100 € je kWp, maximal 1.000 € pro Gebäude. Der Gedanke dahinter ist sinnvoll — wer das Dach gleich richtig nutzt, statt nur eine kleine Anlage zu installieren, leistet einen größeren Beitrag zum Klimaschutz.

Mit „SolarStromFassade" werden Anlagen an der Gebäudefassade gefördert: 100 €/kWp für vorgehängte Module (bis 3.000 €), und besonders attraktive 300 €/kWp für fassadenintegrierte Anlagen (bis 9.000 €). „SolarGrünDach" wiederum verbindet Dachbegrünung mit Solarstrom und bringt 200 €/kWp bis 6.000 €. Für Mehrfamilienhäuser mit 3 bis 10 Einheiten kann der „SolarMieterStrom"-Bonus von bis zu 1.000 € hinzukommen. Die Bausteine lassen sich teils kombinieren, solange die Zuschüsse die tatsächlichen Kosten nicht übersteigen.

Ein Hinweis zum Batteriespeicher: proKlima fördert Speicher in der Regel im Zusammenhang mit einer geförderten PV-Maßnahme, nicht zwingend als eigenständigen Zuschuss. Da sich die Richtlinien jährlich ändern, empfiehlt sich vor der Antragstellung ein Blick in die aktuelle Förderrichtlinie oder ein Anruf bei der proKlima-Beratungshotline. Auch Vereine und gemeinnützige Einrichtungen werden über eigene Bausteine bedacht — proKlima hat 2026 für solche Projekte zusätzliche Mittel reserviert, etwa für Schul- und Vereinsdächer.

Ein praktischer Tipp: Knüpfen Sie die Anlagengröße an das, was Ihr Dach realistisch hergibt. Da „DachVollToll" gezielt die Vollbelegung belohnt, lohnt es sich, gemeinsam mit dem Fachbetrieb zu prüfen, ob eine etwas größere Anlage technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Beachten Sie zudem den geforderten Mindestertrag pro kWp — wird er nicht erreicht, kann die Auszahlung geringer ausfallen.

So beantragen Sie die Förderung Schritt für Schritt

Bei Förderungen entscheidet die Reihenfolge. Die wichtigste Regel lautet: Stellen Sie den Antrag, bevor Sie den Auftrag vergeben oder die Arbeiten beginnen — sonst entfällt der Anspruch.

  1. Dach prüfen: Nutzen Sie das Solarkataster der Region Hannover, um Eignung und Ertragspotenzial Ihres Daches einzuschätzen.
  2. Beraten lassen: Die proKlima-Beratungshotline und unabhängige Energieberatungen klären Förderfähigkeit und technische Anforderungen (z. B. den geforderten Mindestertrag).
  3. Angebot einholen: Lassen Sie ein konkretes Angebot eines Fachbetriebs erstellen — Grundlage für den Antrag.
  4. Antrag stellen — vor Auftragsvergabe: Reichen Sie den Förderantrag über das proKlima-Antragsportal ein und warten Sie die Förderzusage ab.
  5. Installieren lassen: Erst nach der Zusage beauftragen Sie den Fachbetrieb mit der Umsetzung.
  6. Anmelden & Nachweis einreichen: Melden Sie die Anlage im Marktstammdatenregister an und reichen Sie den Verwendungsnachweis fristgerecht bei der Region Hannover ein.

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